Regionalliga: Ein Punkt Zum Auftakt

Ein Punkt zum Saisonauftakt

Die Erfurter Fußballerinnen zeigten beim Auftaktspiel gegen Zweitliga-Absteiger FFV Leipzig die reifere und deutlich gefährlichere Spielanlage. Die Angriffe der Gastgeberinnen blieben in der ersten 45. Minuten Mangelware. Lediglich ein Freistoß und ein Kopfball kamen in Richtung FFV-Tor ohne die Erfurter Torhüterin jedoch ernsthaft zu fordern. Völlig anders das Bild im Strafraum der Gastgeberinnen. „Mein Team erzeugte hochkarätige Torchancen am Fließband, wenn wir nur die Hälfte davon genutzt hätten, wäre das Spiel bereits vor der Halbzeit entschieden gewesen“, so Trainer Marco Zelle. In der 9. Minute erzielte Carolin Jacobi nach mustergültigen Pass den 1:0 Führungstreffer. Davor vergaben bereits P. Meyer, J. Klipstas und M. Uhl gute Einschussmöglichkeiten. Einen Gewaltschuss von Luise Sydow aus 16 Metern parierte FFV-Torhütern Heimer in großer Manier. Es folgten weitere Chancen, erneute tauchte C. Jacobi hinter der Leipziger Abwehr auf, wurde jedoch von der herauseilenden Heimer gerade noch gebremst. Anders beim Durchbruch von E. Gremler, die nur unsanft von Kieper als letzte Frau von den Beinen geholt werden konnte. Vor der Regeländerung wäre dies eine klare Rote Karte gewesen, nach den neuen Regeln ist dies nun frei auslegbar. Mit der Gelben Karte und dem Freistoßpfiff waren die Gastgeberinnen gut bedient. Unbeeindruckt von dieser Situation spielten die Fußballerinnen aus der Blumenstadt weiter auf das Leipziger Tor. M. Uhl vergab gleich zwei hervorragende Einschussmöglichkeiten nacheinander, auch W. Pressler, P. Meyer und E. Gremler blieben ohne Fortune. So ging man mit einer knappen Führung in die Pause.

Nach Wiederbeginn wollten die Erfurterinnen nun endlich für klare Verhältnisse sorgen. Erst wurde C. Jacobi durch E. Gremler freigespielt, diese zögerte jedoch zu lang, so dass der Ball ihr von Fuß gespitzelt wurde. Dann wurde auch P. Meyer auf halblinker Position freigespielt, doch ihr Abschluss strich am langen Pfosten vorbei. Auch ein Schuss von M. Uhl aus 14 Metern verfehlte das Leipziger Gehäuse nur knapp. Doch dann verloren die Gäste aus nicht nachvollziehbaren Gründen den Spielfaden. Zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau ließen die Leipzigerinnen besser ins Spiel kommen. Mangelndes Zweikampfverhalten führte zu Chancen der Gastgeberinnen und so war es letztendlich die logische Konsequenz, dass die agile Safi Nyembo innerhalb von fünf Minuten das Spiel für die Gastgeberinnen drehte. In der 60. Minute konnten gleich zwei Verteidigerinnen die ehemalige Lok-Spielerin nicht am Kopfball hindern, welcher unhaltbar im Winkel einschlug. Fünf Minuten später sorgte ein langer Flugball für Verwirrung in der Erfurter Abwehr und erneute war Safi Nyembo zur Stelle und vollendete zur Leipziger Führung. Angriffe der Erfurterinnen waren zu diesem Zeitpunkt Mangelware. Die erste wieder gelungene Kombination führte dann zu einem Strafstoß. P. Meyer wurde von einer Leipziger Abwehrspielerinnen unsanft zu Boden gerissen. Die logische Konsequenz Elfmeter und Gelb. Doch N. Müller schoss in der 75. Minute den Ball über das Tor. Bewundernswert war die Reaktion der Mannschaft nach dem vergebenen Strafstoß, denn jetzt zeigten die Erfurterinnen Kampfgeist und fanden wieder zu ihrem Spiel. E. Gremler wurde freigespielt, spielte noch eine Verteidigerin im Strafraum aus, welche sich jedoch nach dem Ball hechtete und mit Arm und Körper so den Ball blockierte, übrigens die gleiche Spielerin welche kurz zuvor Gelb gesehen hatte. Eigentlich hätte es Elfmeter und Gelb-Rot geben müssen, doch der Pfiff blieb aus. Die Erfurterinnen drängten weiter auf den Ausgleich und wurde dann in der 90. Minute dafür belohnt. M. Uhl bediente mustergültig E. Gremler im Zentrum, welche Karolin Heimer im Leipziger Tor keine Chance ließ und zum mehr als verdienten Punktgewinn vollendete. „Wir hätten auf Grund unserer vielen guten Torchancen das Spiel eher entscheiden müssen. So haben wir Leipzig im Spiel gelassen und damit die 3 Punkte leichtfertig verschenkt“, zeigte sich Trainer Marco Zelle ein wenig enttäuscht nach dem Spiel.

Nichtdestotrotz haben die Erfurterinnen immerhin gegen den langjährigen Bundesligisten einen Punkt erspielt und können somit erhobenen Hauptes in die nächsten zwei Spiele gegen die Aufsteigskandidaten Viktoria Berlin und Magdeburger FFC gehen.

Statistik FFV-Aufstellung: Jorcke, Müller, Wözel, Groll, Klipstas (43. Ziegenhorn; 85. Ludwig), Pressler, Sydow (70. Knoll), Uhl, Meyer, Gremler, Jacobi.

Tore: 0:1 Jacobi 9.Minute, 1:1 Nyembo 60.Minute, 1:2 Nyembo 65.Minute, 2:2 Gremler 90.Minute