Regionalliga: Niederlage gegen Jena

Erfurterinnen im Derby unter Wert geschlagen

Perfekte äußere Bedingungen lieferten den passenden Rahmen für das Thüringen-Derby in der Frauen-Regionalliga Nordost. 200 Zuschauer besuchten das mit Spannung erwartet Spiel im Sportforum Johannesplatz. Die Fußballerinnen aus der Landeshauptstadt hatten sich ganz im Sinne des Spieltagsmottos „100 Prozent für Erfurt“ viel vorgenommen und wollen unbedingt punkten. In den letzten Begegnungen sowohl in Liga und Pokal konnte stets die Reserve des Bundesligisten als Sieger den Platz verlassen, dies sollte sich diesmal ändern.

Konzentriert und mit viel Leidenschaft auf beiden Seiten begann man die Partie. Bereits nach fünf Minuten musste das Erfurter Team einen herben Rückschlag einstecken. Nach einem Foul von Marie-Kristin von Carlsburg an FFV-Torhüterin Sophie-Marie Jorcke musste die Erfurter Nummer 1 längere Zeit behandelt werden. Doch trotz intensiver Bemühungen musste die Torhüterin in der 26. Minute ausgewechselt werden und die Torhüterin der FFV-Reserve Sophia Ziegenhorn kam somit zu 154 Spielminuten am Doppelderby-Spieltag. Die Auswechslung sorgte für viel Unruhe auf Trainerbank und den Rängen. Nach dem studienbedingten Weggang von Maxi Albert ist die Torhütersituation bei den Erfurterinnen alles andere als optimal. Der längerfristige Ausfall von Sophie stellt den Verein vor eine große Herausforderung, dies war alle Beteiligten im Moment der Auswechslung bewusst. Fair die Geste von USV-Stürmerin von Carlsburg, die sich sowohl im Nachgang der rüden Aktion aber auch bei der verletzungsbedingten Auswechslung entschuldigte.

„Für das rüde Einsteigen gab es nur gelb. Hier fehlte wohl der jungen Schiedsrichterin der Mut zu einer härteren Konsequenz. Auch eine klare Tätlichkeit in der 23.Minute gegen Elisabeth Gremler übersah das Schiedsrichterteam. Da muss man die Schiedsrichteransetzer kritisch hinterfragen dürfen, ob eine in der Regionalliga unerfahrene Schiedsrichterin mit 18 Jahren gleich bei einem Derby eingesetzt werden sollte“, so Trainer Marco Zelle nach dem Spiel.

Der Spitzenreiter aus Jena dominierte das Geschehen auf dem Spielfeld ohne jedoch aus dem Spiel sich Chancen erarbeiten zu können. So entstand überwiegend Torgefahr vor dem Erfurter Gehäuse durch Standardsituationen. Entsprechend resultierte die Jenaer Führung auch aus einer – im Sportforum viel diskutierten – Freistoßentscheidung. Der Flugball landete bei Luca Maria Graf, welche nahezu ohne Gegenwehr per Kopf den Ball in der 17. Minute zum 0:1 einnetzen konnte. Die Erfurterinnen präsentierten sich bis zu diesem Zeitpunkt mit einer stabilen Abwehr, konnten allerdings in der Offensive keine Akzente setzen. In der 23. Minute sendete dann Kapitänin Mandy Uhl ein erstes Achtungszeichen. Ihr Schuss in Richtung Jenaer Tor verfehlte dieses aber knapp. In der 38. Spielminute stand erneut Schiedsrichterin Anna-Lena Kriegk im Mittelpunkt. Doch beim Elfmeterpfiff der Schiedsrichter kam es zu keinerlei Diskussion auf den Rängen, da Nadin Müller beim Abwehrversuch den Ball unglücklich mit der Hand spielte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Felicitas Mauersberger unhaltbar für Ersatztorhüterin Sophia Ziegenhorn zur 2:0 Führung für die USV-Damen.

In der 2. Halbzeit nahm das Derby an Fahrt auf und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der 48. Minute hatte FFV-Torjägerin Elisabeth Gremler die Chance zum 1:2 Anschlusstreffer, jedoch konnte eine Jenaerin noch kurz vor der Torlinie klären. Die Erfurterinnen setzten erstmals im Spiel die Gäste unter Druck. Aber fehlende Präzision oder zu hektisches Agieren verhinderten das Herausspielen klarer Torchancen. Chancen gab es auch auf der anderen Seite. Nach einer USV-Ecke in der 51. Minute musste einer FFV-Abwehrspielerin auf der Linie klären. Es entwickelte sich eine spannende Partie. Die Freistöße von Luise Sydow und Katja Groll blieben ohne positives Ergebnis genau wie die Schüsse von Carolin Jakobi und Mandy Uhl in Richtung Tor der Gäste. In der 85.Minute fiel dann die Entscheidung im Spiel. Die eingewechselte Celine Schöppe rennt eine Erfurter Verteidigerin nach einer Flanke um, welche den Ball durch die Hände von S. Ziegenhorn ins eigene Tor befördert. Der Pfiff blieb aus und somit war das Derby entschieden. Nach einer Ecke folgte noch das 0:4. Tina Kremlitschka kam völlig freistehend im Strafraum der Erfurterinnen an den Ball und hatte somit keine Probleme die Führung für die USV-Reserve auszubauen.

„Der Sieg geht verdient an die Saalestädterinnen, fällt jedoch um 2 Tor zu hoch aus. Mein Team absolvierte eine gute Partie, scheiterten jedoch wie in der Vorwoche an zu vielen eigenen Fehlern und einer nicht effizienten Chancenauswertung“, lautet das Fazit von Trainer Marco Zelle.

Somit rutscht das Team in der Tabelle auf Rang 9 zurück und steht vor den nächsten wichtigen Begegnungen unter Druck. Nach einer 14-tägigen Pause reist das Team nach Neubrandenburg, in der Woche darauf empfangen die Erfurterinnen Blau-Weiß Beelitz und schließlich geht die Reise dann zum Aufsteiger nach Babelsberg.

„Es gilt nun alle Kräfte in den kommenden Wochen zu bündeln, um das Ruder herum zu reißen“, so Marco Zelle abschließend.

 

Die Fotos zum Spiel findet Ihr auf: http://www.brennpunkt-orange.de/2176