Regionalliga: Ersten Sieg erkämpft

Premierensieg in Erfurt – Kapitänin mit Doppelpack

Im wichtigen Spiel gegen die SG Blau-Weiß Beelitz konnte der 1. FFV Erfurt den ersten Saisonsieg feiern. Vor achtzig Zuschauern im Sportforum Johannesplatz gewann das Team von Marco Zelle verdient mit 2:1 und rückte auf Platz acht der Regionalligatabelle vor. Nach der enttäuschenden Niederlage in Neubrandenburg gab es unter der Woche viel Gesprächsbedarf. Der Regionalligist war mit dem Ziel Mittelfeldplatz in die Saison gestartet und fand sich nach dem 6. Spieltag im Tabellenkeller wieder. Das Team um Kapitänin Mandy Uhl musste daher Heimspiel gegen die SG Blau-Weiß Beelitz unbedingt gewinnen und stand enorm unter Druck. Entsprechend nervös aber stets mit dem festen Willen das Spiel an sich zu reißen, setzen die Gastgeberinnen die ersten Akzente. Auf dem schwer bespielbaren Platz gab es zwar immer wieder Fehlpässe, doch dinsgesamt hatten die Erfurterinnen die größeren Spielanteile. Beim ersten erfolgsversprechende Angriff der Gastgeberinnen stand Caroline Jakobi allein vor dem Beelitzer Tor. Die junge FFV-Spielerin scheiterte jedoch an der gut agierenden Blau-Weiß Torhüterin Antonia Lietz, die auch bei den Großchancen von Claudia Ziegenhorn und Elisabeth Gremler zur Stelle war. Auch ein Schuss von Mandy Uhl aus spitzen Winkel, konnte die Beelitzer Torfrau entschärfen. Die Gäste konzentrierten sich auf eine kompakte Abwehr und versuchten durch lange Bälle das Erfurter Tor in Gefahr zu bringen. Doch die Erfurter Abwehr ließ bis auf einen gefährlichen Abschluss durch Bianca Gottlob nichts zu. FFV-Torhüterin Maxi Albert, welche auf Grund der Verletzungen der Erfurter Torfrauen sich kurzfristig bereit erklärte für ihren alten Verein noch einmal die Handschuhe anzuziehen, löste Ihre Aufgabe souverän. In der 22. Minute fiel dem Großteil der Zuschauer im Sportforum ein Stein vom Herzen. Kapitänin Mandy Uhl, die diesem wichtigen Spiel ihren Stempel aufdrückte, wurde mit einem mustergültigen Pass von Jessica Gross auf die „Reisen geschickt“. Im ersten Versuch scheiterte die Kapitänin noch an Torhüterin Lietz, doch gegen den Nachschuss war die Keeperin machtlos. Mit dem Führungstreffer im Rücken konnten die Erfurterinnen zwar befreiter aufspielen, allerdings verpasste es das Team von Marco Zelle nachzulegen. Eine Vielzahl von Ecken fanden keine Abnehmer und ein Freistoß von Paula Meyer knallte an die Latte. So bleibt es bis zu Pause „nur“ bei der knappen Führung für die Erfurterinnen.

Nach der Pause dauerte es etwas, bis die FFV-Frauen ihren Spielrhythmus wiederfanden. Doch in der 65. Spielminute setzte sich Caroline Jacobi energisch über rechts durch und die Eingabe veredelte Mandy Uhl mit ihrem 2. Treffer zum 2:0. Die Gäste aus Beelitz gaben sich zu keiner Zeit des Spiels auf. Die lautstarken Anweisungen von der Trainerbank machten deutlich, dass es auch für die SG ein wichtiges Spiel war. In der 77. Minute führte dann die einzig gefährliche Offensivaktion der Gäste in der 2. Halbzeit zum Anschlusstreffer. Ein langer Freistoß konnte von den Erfurterinnen nicht geklärt werden und so hatte die Torjägerin Bianca Gottlob keine Mühe am langen Pfosten zu treffen. Sofort waren die Erinnerungen an die Vorwoche wieder da. Auch in Neubrandenburg hatte der 1. FFV Erfurt mit 2:0 geführt und dann doch noch 2:4 verloren. Doch Gegensatz zur Vorwoche spielten die Erfurterinnen weiterhin in allen Mannschaftsteilen kontrolliert und geordnet. Bereits fünf Minuten nach dem Anschluss hätten die Gastgeberinnen „den Sack zu machen“ können. Der Schuss von Elisabeth Gremler landete jedoch nur an der Latte. Auch weitere Chancen durch Luise Sydow und Mandy Uhl blieben ungenutzt. So mussten Fans und Mannschaft weiter zittern.

In der Schlussphase wurde es im Sportforum etwas ruppig: Bianca Gottlob sah die rote Karte für einen Schubser gegen Erfurts Trainer Marco Zelle, der zeitgleich von Schiedsrichterin Miriam Schweinefuß hinter die Absperrung geschickt wurde. Unmittelbar nach dieser Szene war das umkämpfte Spiel zu Ende und der erste „Dreier“ der Saison 2016/17 für die Erfurterinnen eingespielt. „Auch in diesem Spiel hat nicht alles optimal funktioniert und erneut ließ mein Team beste Gelegenheiten aus. Aber was die Mannschaft kämpferisch über die gesamte Spielzeit ablieferte, war genau die Reaktion die sich alle im Umfeld des Vereins erhofft hatten“, so Trainer Marco Zelle nach dem Spiel.