F.F.C Gera gg. 1. FFV Erfurt U13 – 3:4 (3:1)

„Ohne 4“ ging es am heutigen Samstag nach Gera. Die Zweitplatzierten hatten vor der kurzen Pause durch die Herbstferien überraschend ihr Spiel gegen Silvester Bad Salzungen verloren, waren bis dato jedoch ungeschlagen. Aufgrund der vielen Ausfälle gab es einige Experimente bei der Aufstellung auf Erfurter Seite.

Das Spiel begann ausgeglichen. Beide Seiten kamen zu Torabschlüssen, ohne dabei allerdings allzu gefährlich zu werden. In Minute 6 unterschätze unsere Torhüterin einen Ball und ließ in durch die Beine ins Tor passieren. Das war erst das zweite mal in dieser Saison, dass wir überhaupt in Rückstand gerieten. Doch es sollte noch härter kommen. Nur 3 Minuten später war erneut eine Geraer Spielerin durch, Sophie war unsicher, ob sie nun raus laufen oder im Tor bleiben sollte. Diese Unentschlossenheit nutze die Gegnerin und erhöhte den Spielstand auf 2:0. Unsere Mädels waren von diesem Doppelschlag etwas überfahren. Da kam es zu einer recht kuriosen Situation: eine Erfurter Spielerin wollte den Ball zum Einwurf zur Mitspielerin abgeben und warf diesen – einhändig – ins Feld in Richtung Mannschaftskameradin. Keiner ging entschlossen hin, so dass Gera einfach zu spielen begann. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Er hatte seiner Aussage nach einen korrekten Einwurf gesehen. Ohne Gegenweh erhöhten die Gastgeberinnen auf 3:0 nach nur 10 Spielminuten.

Das Unverständnis über diese Situation stellte nun die Mannschaft vor die Herausforderung einen kühlen Kopf zu bewahren. Wir stellten im Mittelfeld um und versprachen uns davon die Verlagerung unseres Spiel auf die Außenbahnen. Das brachte letztlich auch die gewünschte Stabilität, ohne dabei jedoch Druck auf den Gegner aufbauen zu können. Durch einige, für die Mädels nicht nachvollziehbare Pfiffe des jungen Schiedsrichters, waren die Emotionen zudem weiterhin spielbestimmend.

Kurz vor der Halbzeit keimte dann etwas Hoffnung auf. Nach vielen ausgeglichenen Spielminuten gelang Leo quasi aus dem Nichts das 3:1. Der psychologisch günstige Zeitpunkt spielte uns dabei ganz sicher in die Karten, man kann jedoch nicht behaupte, dass wir am heutigen Tag vom Glück verfolgt waren.

In der Halbzeit gab es dann durch die Trainer noch etwas Aufbauarbeit zu leisten. Ein so deutlicher Rückstand, der sich zugleich durch die Entstehung des 3:0 mehr als unnötig anfühlte, war neu für die Mannschaft. Dass wir drei Tore in einer Halbzeit schießen können, das haben wir diese Saison in bisher jedem Spiel bewiesen. Verloren war hier noch gar nichts. Und die lautstark verkündete Prognose des Geraer Anhangs nach dem 3:0, man würde heute mit einem 15:0 nach Hause gehen, spornte die Erfurterinnen zusätzlich an.

Bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang Leo der Anschlusstreffer. Ihr Fernschuss wäre eventuell haltbar gewesen, die hohe Geschwindigkeit des Balls ließ der Torhüterin allerdings wenig Reaktionszeit. Die Mädels witterten nun ihre Chance, hier doch noch Zählbares mit in die Landeshauptstadt zu nehmen. Zahlreiche Torchancen boten sich nun, wurden aber viel zu hektisch vergeben. Annelie war am Ausgleich am nächsten dran. Nach einem Fernschuss setzte sie nach, spitzelte den Ball in Richtung Tor, doch eine Abwehrspielerin klärte hinter der bereits geschlagenen Torfrau auf der Linie. Ruhe war nun gefragt, waren doch noch ausreichend Minuten auf der Uhr. 10 Minuten vor Schluss meldete Leo Besitzansprüche für das runde Leder an und marschierte auf der linken Seite einfach durch, vorbei an drei Gegnerinnen, zur Grundlinie. Da keine Mitspielerin in der Mitte anspielbar war führte der Weg einfach weiter nach innen, wo sie aus sehr spitzem Winkel zum 3:3 Ausgleich einnetzte. Gera musste diesen Ausgleich nach einer komfortablen Führung erst mal verdauen, da missglückte nur eine Minute später ein Abschlag in die Mitte. Annelie war hellwach, ging dazwischen und Schoss sicher aus 10 Metern die viel umjubelte Führung für Erfurt.

In den letzten Spielminuten kam Gera zwar noch einige Male vor unser Tor, doch gegen eine geschlossene Defensive, bei der sich von der Torhüterin bis zur Stürmerin keiner rausnahm, hatten die Gastgeberinnen keine Chance mehr auf den Ausgleich.

Die schon verloren geglaubten und später hart erkämpften Punkte sind natürlich sehr erfreulich. Wichtiger jedoch die Erkenntnis, dass unsere Mannschaft eine starke Moral hat und eine geschlossene Mannschaftsleistung auf dem Platz zeigte.